Die Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, bis zur Nachkriegszeit Ludoviciana („Ludwigs-Universität“) genannt, entstammt dem nachreformatorischen-konfessionellen mitteleuropäischen Gründungszeitalter. 1607 wurde die Universität von Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt als lutherische Anstalt gegründet. Während des 17. und 18. Jahrhunderts zählte sie zu den typischen kleinen protestantischen Landuniversitäten mit den  damals üblichen vier Fakultäten (Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie). Zwischen 1777 und 1785 kam es zum Aufbau einer Ökonomischen Fakultät, welche die Fächer Veterinärmedizin, Land- und Forstwirtschaft sowie technische Disziplinen beinhaltete. Um 1830 festigte sich die, bis heute typische, ungewöhnliche Vielfalt der Studienfächer in Gießen. Durch einige bedeutende Wissenschaftler, z.B.  Justus Liebig (Chemiker) und Wilhelm Conrad Röntigen (Physiker), kam es neben der katholisch-theologischen Fakultät auch zum Ausbau dieser „jungen“ Wissenschaften. 1944 wurde die Gießener Innenstadt sowie die Universität durch verherrende Bombenangriffe fast ausgelöscht. Im Jahr 1946 entstand die Justus-Liebig-Hochschule, in der Landwirtschaft, Veterinärmedizin und die gängisten Naturwissenschaften gelehrt wurden. Der Name „Justus Liebig“ wurde zu ehren des Chemikers Justus Liebig gewählt, der von 1828 -1852 Professor in Gießen war. Den Universitätsstatus erlangte Gießen erst im Jahr 1957 wieder. Durch die Konjunkturwende 1973/74 kam es zu einer enormen Wachstumsphase. 2003/04 war Gießen mit über 22.100 Studenten die zweitgrößte hessische Universität.

Zum Wintersemester 16/17 waren über 28.000 Studierende, davon rund 2.500 ausländische Studierende, an der JLU eingeschrieben. Diese Verteilen sich auf 11 Fachbereiche und werden von knapp 3.000 wissenschaftlichen Mitarbeiten, davon fast 400 Professorinnen und Professoren, betreut.

Der Fachbereich Psychologie, für den der wohl einflussreichste Psychologe der Geschichte, Kurt Koffka von 1911-1927 lehrte, zählt mit 16 Professuren, zwei Juniorprofessuren und einer Heinsberg-Professur zu den größten Deutschlands. Ein besonderer Schwerpunkt der Forschung liegt in der kognitions-, bio-, und neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung. Maßgeblich daran beteiligt ist das Bender Institute of Neuroimaging (BION), welches direkt an den Fachbereich angesiedelt ist und neuronale Grundlagen komplexer geistiger Leistungen untersucht.

Falls Sie noch mehr über die Universität erfahren möchten, gibt Ihnen das JLU Booklet einen Überblick (https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/jlu/portraet/jlu-booklet).

 

(Quellen: https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/jlu/geschichtejlu, https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/jlu/zahlen,  08.03.2017 und JLU Imagebroschüre, 2014)